Pfarrkirche Lamprechtshausen, Hl. Martin und Hl. Wenzel

 

Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Lamprechtshausen  (Lampretshusen) findet sich in den Breves Nototiae, einem Güterverzeichnis des Erzstiftes Salzburg aus der Zeit um 798. Das Dorf und seine Martinskirche dürften jedoch wesentlich älter sein.
1229 wurde Dorfbeuern aus dem Gebiet der Pfarre Lamprechtshausen ausgegliedert und 1229 wurde die Pfarre Lamprechtshausen, die bisher unmittelbar dem Erzbischof von Salzburg unterstand, dem Benediktinerstift Michaelbeuern inkorporiert.

1539 wurde die wahrscheinlich romanische Pfarrkirche abgebrochen und durch einen gotischen Neubau ersetzt, der bis 1905 sein grundsätzliches Baugefüge und Aussehen beibehalten hat. Der mächtige Turm der demolierten Kirche blieb jedoch erhalten und zählt so zu den ältesten und baugeschichtlich interessantesten der Diözese.

Die Industriealisierung von Bürmoos ließ die Bevölkerung von Lamprechtshausen enorm ansteigen und machte eine Vergrößerung der Pfarrkirche unumgänglich. Daher wurde die Hälfte der gotischen Kirche abgerissen und gegen die Landstraße hin ein Zubau errichtet, der das Fassungsvermögen der Kirche deutlich erhöhte. Architekt Pirich aus Salzburg, ein Schüler von Otto Wagner, hat dieses schwierige Unterfangen mit großem Einfühlungsvermögen und Achtung vor dem Alter des zu erhaltenden Baubestandes gelöst.

 Josef Haunschmidt